Eine Radiosendung fällt nicht vom Himmel. So auch unsere nicht. Der Weg vom ersten Treffen, über anfängliche Ideen, bis zu diversen Treffen, Besuchen und Interviews zum Zwecke der Vorbereitung war nicht immer klar vorgegeben, nicht immer eindeutig und auch nicht immer ganz einfach.
Die Idee "nach den Sternen zu greifen", uns also bei der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die Projekte wie das unsrige finanziell aus Mitteln zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter unterstützt, zu bewerben, stand von Anfang an. Unser Leiter, Pfarrer Christoph Schmidt-Ehmcke, war auf die Ausschreibung der Stiftung, die sich mit der Fragestellung "Welche Männer und Frauen haben sich trotz Krieg und Diktaturen mutig für Menschlichkeit und Versöhnung, für Frieden und Wahrung der Menschenrechten eingesetzt?"befasste, aufmerksam geworden. Wir brauchten nur noch ein konkretes Thema und eine geeignete Darstellungsform.
Diese war schnell gefunden: Eine Radiosendung erschien uns passend zu sein, ein Kompromiss zwischen einem "multimedialen" Film und "einfachen" Texten. Dazu kommt, dass unsere Partnerschule, die ‚Makif H High School', eine eigene Radiostation besitzt und auch regelmäßig sendet. Und auch das Thema war relativ schnell gefunden: Das Buch "Retter in der Nacht", das sich mit der Rettung der jüdischen Familie Spiegel durch fünf Bauernfamilien im Münsterland befasst. Jeder von uns besorgte sich eine Ausgabe des Buches, das in der Folgezeit gelesen werden sollte.
Die Geschichte der Rettung der gesamten Familie Spiegel interessierte uns immer mehr und zog uns förmlich in ihren Bann. Ein Interview mit Marga Spiegel folgte. Wir knüpften immer weitere Kontakte, sodass es bald zu ersten Besuchen bei den "Rettern" kam. So drangen wir immer tiefer in die, teilweise unglaubliche, Geschichte der Rettung der Spiegels ein. Hauptsächlich interessierten uns Fragen des "Wie?" und des "Warum?": Wieso haben Sie Juden versteckt und Millionen andere nicht? Was waren Gründe für Ihr Handeln? Waren Ihnen mögliche Konsequenzen bewusst?
Wir begannen uns wöchentlich zu treffen, um Interviews zu planen, neue Schriftquellen zu besprechen oder uns auf das Projekt "Radiosendung" vorzubereiten, wobei wir freundliche Unterstützung von dem freien Medienpädagogen Johannes Wentzel bekamen.
Langsam kristallisierte sich ein etwas schärferes Bild der damaligen Umstände heraus. Wir begannen "hinter die Kulissen zu blicken" und konnten uns immer besser in Gedanken der Bauernfamilien hineinversetzen. Es war nun genügend Material gesammelt, so dass wir uns in drei Gruppen mit den Schwerpunkten Radiosendung, Website und Ausstellung unterteilten. An der eigentlichen Arbeit an diesen drei Projekten begannen wir mit einem "Arbeitswochenende" in der Jugendbildungsstätte Nordwalde. Zwei Tage lang beschäftigen wir uns mit unseren Themen, sodass dort ein Großteil der Arbeit geschafft wurde.
Berichte:
Wir haben im Rahmen der Vorbereitung und Erarbeitung verschiedene uns informierende und lehrende Personen getroffen. Über einige Besuche berichten wir: